Frau Jahns ist mit ihrem hoch innovativen didaktischen Konzept etwas gelungen, an das ich eigentlich schon nicht mehr geglaubt hatte: mich nämlich überhaupt zum Singen zu bringen, nachdem mir aufgrund höchst unangenehmer Erfahrungen in der Schulzeit das Singen eigentlich bereits völlig verleidet oder gar tabuisiert schien.
Mit vielfältigen Übungen zur Stimulation der am Singen beteiligten Stellen des Körpers habe ich aber in bereits kurzer Zeit erleben dürfen, dass es mir doch gelingen kann, auch ‚schöne‘ Klänge zu produzieren (nicht immer, aber immer öfter): Ich habe Phänomene wie Brillanz und Vibrato kennen gelernt. Frau Jahns gelingt es dabei stets, eine entspannte Atmosphäre und einen geschützten Raum herzustellen, in dem ich mich den genannten Übungen auch öffnen kann. Insbesondere zeugt es für mich von Mut und großem, begründetem Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten als Gesangspädagogin, einen Schüler anzunehmen, der mit Mitte 30 nicht nur gar keine Kenntnisse zum Singen mitbrachte, sondern zusätzlich noch den besonderen Wunsch äußerte, auch mit der männlichen Kopfstimme (Countertenor) zu experimentieren. Auch in diesem Feld erlebe ich sehr spannende Entwicklungen und sehe in diesem Experiment mit einer Stimmlage, die ‚wir‘ sonst eher als ‚weiblich‘ wahrnehmen, eine besondere Freiheit, sich von in einem selbst verwurzelten Stereotypen zur Männlichkeit zu lösen. Ich hätte mir jedenfalls vor ca. 1 1?2 Jahren nicht träumen lassen, dass ich aktuell zumindest nährungsweise und mit bisweilen auch bereits leicht ‚brillanten‘ Tönen den Anfang einer Mozart-Arie für Mezzosopran singen ‚kann‘.